Tag: festival
Donaufestival?!
by gernot on Mar.02, 2005, under Misc
…also ich denke da an Autodrom, schlechte Musik, Wachauer Laberl und betrunkene 16 Jährige. Aber seht auch mal das Programm des heurigen Donaufestivals an: Erster Tag:
Teil eins der dreiteiligen Kunstaktion hat seinen inhaltlichen Ausgangspunkt in der theatralischen Meditation „HELden & kleinMUT“ von Nico and the Navigators: die Medien- und Konsumgesellschaft unserer Mainstream-Pop-Realität erfindet immer neue kleine Ängste und Neurosen während wir den wahren Bedrohungen unserer Existenz tatenlos gegenüberstehen. Ängste, Angst und deren utopische Auflösung sind auch die Pfeiler des musikalischen Programms.
Schon am ersten Wochenende des neuen donaufestival wird klar, dass hier nichts so ist, wie es einmal war. Nico and the Navigators verwirren mit ihrem neuen politischen Bildertheater, einer Meditation über die Abgründe der Mediengesellschaft. Die Chicks on Speed und Sleater-Kinney missbrauchen den Pop-Kontext für ihre provokanten, punkigen und feministischen Kunst-Aktionen. Der finnische Chor der Schreienden Männer tritt die Walzer-Seligkeit mit Füssen und brüllt uns mit der donaufestival-Hymne an. Das Ensemble zeitkratzer stellt den sterilen Begriff Neuer Musik radikal in Frage. Alec Empire – der Kopf der Anarcho-Techno-Punker Atari Teenage Riot – attackiert lautstark Hörgewohnheiten. Xiu Xiu und die Liars entladen ihre Klangtheater zwischen Verinnerlichung und nach Außen gerichtetem Exzess. Prefuse 73 zeigt mit seinen artifiziellen Klanglandschaften, dass HipHop eine der wichtigsten Kunstformen unserer Zeit ist. CNTRCPY ™ inszenieren eine Festival-Lounge und kreieren dabei ein Gesamtkunst aus Architektur, Musik, Licht, Performance und Kulinarik. JG Thirlwell aka Foetus aka Steroid Maximus stellt seine monumentalen neuen Klangwelten vor. Die Minoritenkirche verwandelt sich in ein Zentrum neuer Klangkunst: die Uraufführung der Architektur-Symphonie „Beams“ von Alvin Curran, die Installationen von Josef Reiter, Bernhard Gál und Yumi Kori.
Tag zwei
Theater in Form eines Nachtclubs, das Abtauchen in die Anonymität, und so die Möglichkeit, geheimste Obsessionen und Ängste frei zu artikulieren: das Medien-Theater-Kollektiv Gob Squad wird den zweiten Teil der Kunst-Aktion mit ihrem Erlebnisraum „King Kong Club” eröffnen und zeigen, was Theater heute auch sein kann. Das Auftauchen aus gesellschaftlicher Anonymität und das klare und präzise Formulieren von politischen Botschaften steht im musikalisch-literarischen Programm des zweiten Wochenendes am Plan. Saul Williams wird einen Abend mit hochkarätigen Musiker- und DichterkollegInnen gestalten, HipHop wird – jenseits kommerzieller Klischees – als eine der wesentlichen Kunstformen unserer Zeit zentrales Thema.
Gob Squad, das sensationelle Medien-Theater-Kollektiv hat bisher Österreich „verschont“. Nun ist es endlich soweit: mit „King Kong Club“ präsentieren sie ihre neuen Aktion in Krems. Das verlassen konventioneller Räume und das radikale Spiel mit Medienrealitäten und Hollywood-Mythen sind Gob Squad´s Markenzeichen. Das als Affen verkleidete Publikum gibt beim Betreten das „Clubs“ seine Identität ab und wird Teils des anonymen Spiels um geheimste Wünsche und Obsessionen. In einer Projektionsbox im Zentrum des als Nachtclub getarnten Theaterraumes agiert das Performance-Kollektiv in Interaktion mit den Besucherinnen. Der Dichter- und Musikerstar Saul Williams kreierte im Auftrag des donaufestival eine politische Kunst-Aktion in Form einer HipHop-Party. Die Vorreiter des experimentellen HipHop Dälek erarbeiten zusammen mit I-Wolf, Mia Zabelka und Odaateee ein audiophiles Kunstwerk, Mike Ladd, TTC, Beans, Airborn Audio und Busdriver sind die hochkarätigen Vertreter einer der wichtigsten Kunstformen unserer Zeit, die sich im Spannungsfeld von Musik und Literatur definiert.
Festival Sommer…
by gernot on Aug.13, 2004, under Misc, Society
Gestern um 00:30 sah ich die “FM4 Frequency Festival Preview Sendung ohne Namen”.
Wenn jetzt vor drei – sieben Jahren wäre, würde ich in Salzburg stehen und mich auf die erste Band freuen, oder vor einem Monat in Wiesen zu Placebo getanzt haben. Aber warum nicht jetzt? Wahrscheinlich weil jetzt jetzt ist.
Mir gehts mit Festivals genauso wie mit Kino: Es gab da mal eine Zeit da war das alles besonders, neu und faszinierend. Aber heute ärgere ich mich über zu teure Eintrittspreise, Leute die mit Popcornsäckchen rascheln, 14 jährigen die besoffen vor ihrem Zelt über Gandhi und den Typen mitn Barret (Le Che) diskutieren.
Oder die verlogenen Peace Love Community Ansagen so mancher Bands.
Hier ein Best of meiner Horrorszenarioien:
Das einschleimende “Es ist so toll bei euch, wie nirgends wo anders” von deutschen Bands bzw. das einschleimende verlogene “I like Europe espacially Austria so much, it’s better here than in the states, Fuck Bush and all the other guys you don’t like” von amerikanischen Bands.
Genauso schlimm ist das
“Wir sind Götter und ihr unsere Jünger”-Tocotronic-Blumfeld Verhalten.
Und dann immer wieder die Massen von Röcken über Hosen tragenden Girlies und im Anhang die baggy pants bewaffneten Jünger, die sich über das alles freuen.
Aber all das ist wahrscheinlich auch nur ein Vorwand, hmm für was eigentlich?
Meiner Bequemlichkeit, nein.
Meines Alters, nein hoffentlich nicht.
Na ja die Frage bleibt offen.
Als ich gestern die am Anfang erwähnte Sendung sah zuckte es jedoch in meinen Zehen, na ja vielleicht fängt mich das Fieber ja wieder, aber sicher frühestens nächsten Sommer.
beste Grüße Gernot
Schon am ersten Wochenende des neuen donaufestival wird klar, dass hier nichts so ist, wie es einmal war. Nico and the Navigators verwirren mit ihrem neuen politischen Bildertheater, einer Meditation über die Abgründe der Mediengesellschaft. Die
Gob Squad, das sensationelle Medien-Theater-Kollektiv hat bisher Österreich „verschont“. Nun ist es endlich soweit: mit „King Kong Club“ präsentieren sie ihre neuen Aktion in Krems. Das verlassen konventioneller Räume und das radikale Spiel mit Medienrealitäten und Hollywood-Mythen sind Gob Squad´s Markenzeichen. Das als Affen verkleidete Publikum gibt beim Betreten das „Clubs“ seine Identität ab und wird Teils des anonymen Spiels um geheimste Wünsche und Obsessionen. In einer Projektionsbox im Zentrum des als Nachtclub getarnten Theaterraumes agiert das Performance-Kollektiv in Interaktion mit den Besucherinnen. Der Dichter- und Musikerstar Saul Williams kreierte im Auftrag des donaufestival eine politische Kunst-Aktion in Form einer HipHop-Party. Die Vorreiter des experimentellen HipHop