Society
Come on Arnie…
by gernot on Sep.01, 2004, under Misc, Society
Arnie hats wieder mal geschafft. Da denkt man sich noch “Ok er hat ja auch ein paar liberale Ideen, so schlimm wie ein Bush oder Ashcroft ist er nicht”, und dann das:
story auf orf.at
Da schildert Arnie doch tatsächlich (wahrscheinlich mit Tränen in den Augen) seine Jugend in bad old austria auf dem republikanischem Parteitag in New York City:
Dabei präsentierte Schwarzenegger seine alte Heimat als düsteres Gegenstück zum Amerika der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Angst des steirischen Buben am Checkpoint vor den sowjetischen Besatzungstruppen und seine Ablehnung des “sozialistischen Landes Österreich” nach dem Abzug der Sowjets prägten das von Schwarzenegger gezeichnete Österreich-Bild.
1tens: Es gab im Österreich der 2ten Repulik überhaupt nie eine sozialistische Regierung!
Nur christlich bzw. sozialdemokratische Regierungen. Wer den Unterschied zwischen sozialistisch und sozialdemokratisch nicht kennt, sollte bei “I’ll be back”-Bum Zack Filmen bleiben.
2tens: Die Bundeskanzler der 2ten Republik (man beachte die Kanzler in Arnies “vom Sozialismus versauten”-Jugend = fett markiert):
- Leopold Figl 1945–1953 ÖVP
- Julius Raab 1953–1961 ÖVP
- Alfons Gorbach 1961-1964 ÖVP
- Josef Klaus 1964–1970 ÖVP
- Bruno Kreisky 1970–1983 SPÖ
- Fred Sinowatz 1983–1986 SPÖ
- Franz Vranitzky 1986–1997 SPÖ
- Viktor Klima 1997–2000 SPÖ
- Wolfgang Schüssel seit 2000 ÖVP
Wo war da das sozialitische Österreich?
Weiter will ich auf solchen Schwachsinn nicht mehr eingehen, nur eins soll endlich mal von unseren politischen Eliten unternommen werden:
Die sofortige Umbenennung eines der größten Fußballstadien unseres Landes, dass nach diesem Dödl benannt ist. In was ist dann eigentlich schon Wurscht, sogar “Kernöl”-Stadium wäre besser.
Festival Sommer…
by gernot on Aug.13, 2004, under Misc, Society
Gestern um 00:30 sah ich die “FM4 Frequency Festival Preview Sendung ohne Namen”.
Wenn jetzt vor drei – sieben Jahren wäre, würde ich in Salzburg stehen und mich auf die erste Band freuen, oder vor einem Monat in Wiesen zu Placebo getanzt haben. Aber warum nicht jetzt? Wahrscheinlich weil jetzt jetzt ist.
Mir gehts mit Festivals genauso wie mit Kino: Es gab da mal eine Zeit da war das alles besonders, neu und faszinierend. Aber heute ärgere ich mich über zu teure Eintrittspreise, Leute die mit Popcornsäckchen rascheln, 14 jährigen die besoffen vor ihrem Zelt über Gandhi und den Typen mitn Barret (Le Che) diskutieren.
Oder die verlogenen Peace Love Community Ansagen so mancher Bands.
Hier ein Best of meiner Horrorszenarioien:
Das einschleimende “Es ist so toll bei euch, wie nirgends wo anders” von deutschen Bands bzw. das einschleimende verlogene “I like Europe espacially Austria so much, it’s better here than in the states, Fuck Bush and all the other guys you don’t like” von amerikanischen Bands.
Genauso schlimm ist das
“Wir sind Götter und ihr unsere Jünger”-Tocotronic-Blumfeld Verhalten.
Und dann immer wieder die Massen von Röcken über Hosen tragenden Girlies und im Anhang die baggy pants bewaffneten Jünger, die sich über das alles freuen.
Aber all das ist wahrscheinlich auch nur ein Vorwand, hmm für was eigentlich?
Meiner Bequemlichkeit, nein.
Meines Alters, nein hoffentlich nicht.
Na ja die Frage bleibt offen.
Als ich gestern die am Anfang erwähnte Sendung sah zuckte es jedoch in meinen Zehen, na ja vielleicht fängt mich das Fieber ja wieder, aber sicher frühestens nächsten Sommer.
beste Grüße Gernot
What are they bowling for?
by gernot on Aug.12, 2004, under Misc, Society
Beim lesen meines “Favorite Weblog” bensite.net bin ich auf eine Filmkritik vom neuen Moore Film Fahrenheit 9/11 gestoßen.
Ich kann dieser im Übrigen nur zustimmen und möchte daher nicht über den Film an sich schreiben.
(Für Filmkritiken generell empfehle ich die oben genannte Seite)
Beim lesen des Artikels bin ich allerdings auf einen sehr interessanten Link gestoßen: www.bowlingfortruth.com . Dieser hat deshalb mein Interesse erweckt da man ja oft von Ungereimtheiten und falschen Informationen in Moores Werken hört. Die Seite hat, zumindest meinen das deren Autoren, genau den Zweck diese aufzudecken.
Doch das auf dieser Seite erbärmlich versuchte “Moore-bashing” geht bei fast allen “Aufdeckungen” über Moores Filme und Bücher einfach nach hinten los.
Hier ein paar Auszüge:
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FIB Sicherheitsbericht (vom 6.8.01) über Bin Laden und mögliche terroristische Anschläge in den USA mit Flugzeugen, der angeblich (laut Moore) nie vom Präsidenten gelesen wurde:
Moore says, “Or perhaps he just should have read the security briefing that was given to him on August 6, 2001 that said that Osama bin Laden was planning to attack America by hijacking airplanes.”
Moore supplies no evidence for his assertion that President Bush did not read the August 6, 2001 Presidential Daily Brief. Moore’s assertion appears to be a complete fabrication.
Ok, Was ist eigentlich schlimmer: Ein Präsident der nichts weiß und folgedessen nichts unternimmt oder einer der etwas weiß und nichts unternimmt? Beantwortet selbst.
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Mein Favorit, Moore zu Angriffen auf seine Person und den Vergleich der Gegenseite:
“So, a whole host of gun lobby groups and individual gun nuts have put up websites where the smears on me range from the pre-adolescent (I’m a “crapweasel,” and a “fat fucking piece of shit”) to Orwellian-style venom (“Michael Moore hates America!”).”
Yes, that’s wildly more mature than how Moore calls George Bush or Charlton Heston ‘evil’ or any number of his own profane comments made towards people he doesn’t like.
Hmm… Was ist reifer, jemanden “böse” zu nennen oder ein “fettes verficktes Stück Scheiße”?
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Rice Interview zu Verbindungen zwischen Irak und 9/11
Rice in Fahrenheit 9/11:
“Oh, indeed there is a tie between Iraq and what happened on 9/11.”
Rice vollständiges Zitat
“Oh, indeed there is a tie between Iraq and what happened on 9/11. It’s not that Saddam Hussein was somehow himself and his regime involved in 9/11, but, if you think about what caused 9/11, it is the rise of ideologies of hatred that lead people to drive airplanes into buildings in New York.”
Well that’s a different quote, Mike.
Ja das stimmt einmal, das Original Zitat ist anders aber trotzdem zum Himmel schreiend falsch. Saddam Hussein war ein Massenmörder, Diktator und Menschenfeind, aber eins war er wirklich nie: ein religiöser Fanatiker (Seine Bath Partei bzw. Bewegung entstand aus linkem Gedankengut und war immer sehr säkular ausgerichtet).
Und nachdem 9/11 ausschließlich aus religiös fundamentalistischen Köpfen entsprungen ist, ist der Vergleich einfach falsch!
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Kritik an Moores Filmauschnitt von 9/11 (nur Ton mit schwarzem Schirm und darauf folgend der entsetzten Gesichtern von Passanten in NY):
Moore has been criticized for using the reaction shots as a clever way to avoid showing the planes hitting the buildings, and some of the victims falling to their deaths. Even if this is true, the segment still effectively evokes the horror that every decent human being felt on September 11.
But remember, Moore does not necessarily feel the same way. As New York’s former Mayor Edward Koch reported, Moore later said,
“I don’t know why we are making so much of an act of terror. It is three times more likely that you will be struck by lightening than die from an act of terror.”
Nur weil Moore meint das die Gefahr an einem Autounfall, einem Bienenstich oder an einem Blitz zu sterben zu sterben höher ist als an einem Flugzeug das in den örtlichen Wallmart (oder Billa), im kleinen Kaff in Ohio oder NÖ (und das sind Fakten, siehe jede Studie über Todesgründe in den letzten 20 Jahren) , ist es ihm nicht erlaubt über den schlimmsten Terrorakt der Neuzeit Gefühle und Emotionen zu zeigen?
Die Autoren vermischen hier zwei Punkte: Das eine ist die Tatsache der Terror-Angstmache der westlichen Medien und auch Regierungen und das andere Emotionen über den Tod von 3000 Menschen im WTC.
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Solche Beispiele gebe es noch genug auf der bowlingforthruth-Seite, einfach selbst lesen…
Also frag ich mich: “What are the bowling for?”. Eins ist es sicher nicht: “truth”.
Abschließend noch eine kurze Bemerkung zu Moore: Es stimmt sicher das er oft und manchmal auch zu oft die Waffen seiner Gegner verwendet (Populismus, Versimplifizierung von Tatsachen,…) aber um ein altbekanntes Zitat zu verwenden:
“He may be a bastard, but at least he’s our bastard.” (bastard natürlich unter großen Anführungszeihen)
beste Grüße Gernot